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Gedichte im Hinterhof, Mord im Café

WAZ 24.06.2012 | 15:53 Uhr

Gedichte im Hinterhof, Mord im Café
Wolfgang Scholmanns präsentierte seine Texte im Hinterhof der Buchhandlung Korn.

Wesel.   Die „Weseler Seitensprünge“ halfen dabei, Texte und verwunschene Orte zu entdecken

„Hinter der Rabenskulptur beginnt der Mutterschutz,“ begrüßte Eva Korn die Gäste der Lesung mit Wolfgang Scholmanns im Hinterhof ihrer Buchhandlung auf der Brückstraße. Dort niste zurzeit ein Amselpaar, deshalb sei der Zutritt verboten. Der zauberhaften Atmosphäre dieses Ortes tat das keinen Abbruch: unter einem blühenden Rosenstrauch und einem japanischen Sonnenschirm trug Wolfgang Scholmanns seine Lyrik vor und zog die etwa 30 Zuhörer und Zuhörerinnen etwa 45 Minuten in seinen Bann.

Der in Wesel geborene und lebende Schriftsteller schuf eine sehr persönliche Stimmung, indem er den lyrisch-expressiven Gedichten und kleinen Geschichten Details zu deren Entstehung voranstellte. So entstanden viele Werke in Wesel, beispielsweise am alten Lippehafen oder an einer Bushaltestelle an der Reeser Landstraße. Der 54-Jährige ist mittlerweile bundesweit bekannt. „Trotzdem ist er immer der Alte geblieben,“ berichtete Hans Czekalla, ein ehemaliger Arbeitskollege
 
 
 
 
 
 
Jürgen Radojewski

Umtriebig in Sachen Kunst

WAZ 23.07.2012 | 17:24 Uhr

Umtriebig in Sachen Kunst
 

Gladbeck. Kunst hat ja irgendwie überall Platz. Wenn man nur will. Davon ist Jürgen Radojewski überzeugt. Und so trägt er sie hinaus in die Welt, drapiert rote Tücher in einem Bachlauf und schafft dadurch ganz neue Naturräume, oder er bringt Bilder in die von ihm gegründete „Galerie im Speisesaal“ der Freien Waldorfschule Gladbeck.

„Ich bin immer daran interessiert, die Kulturszene zu bereichern“, lacht der 57-Jährige. Und das tat auch bereits mehrfach. Los ging alles während des Kunststudiums in Essen. „Damals gab es in Gelsenkirchen den Comic-Bunker. Das war das erste selbst verwaltete Jugendzentrum. Da versammelte sich die alternative Szene.“ Und Jürgen Radojewski wollte musikalisch mitwirken. „Wie bei einem Casting habe ich dann Bernd Matzkowski, dem Initiator, vorgespielt. Und seitdem mache ich Musik.“

Erst Protestsongs, dann Folkmusik

Die allerdings wandelte sich im Laufe der Jahre. „Am Anfang waren das Protestsongs, zum Beispiel von Biermann.“ Seit längerer Zeit aber schlägt das Herz des gebürtigen Recklinghäusers für die Folk-Musik. Seine Songs schreibt er selbst, setzt sie dann mit seiner Band „Avalon“ musikalisch um.

Immer schon war Jürgen Radojewski umtriebig. Neben seinen vielen künstlerischen Aktivitäten war er zunächst in Gelsenkirchen-Horst als Lehrer tätig. 1993 wechselte er an die Freie Waldorfschule Gladbeck. Das eröffnete neue Möglichkeiten, erweiterte den künstlerischen Horizont. Und es bot Raum für mehr Aktivität.

Galerie im Speisesaal

Der Waldorf-Lehrer gründete die „Galerie im Speisesaal“ der Schule. Und er macht dort gelegentlich Veranstaltungen. „Das sind oft Ausstellungen verschiedenster Art. Aber auch Lesungen. Gerade planen wir eine sehr schöne. Da wird der Dichter Wolfgang Scholmanns zu Gast sein. Dazu gibt es Musik. Ich habe das Programm vor einiger Zeit gesehen und fand es genial.“ Und damit dieses Event bestmöglich abgerundet wird, will Jürgen Radojewski seine Schüler, die vor dem künstlerischen Abschluss stehen, einbinden. „Die Zwölftklässler setzen die Gedichte in Bildern um.“

Nicht das einzige außergewöhnliche Kunstprojekt, das er ins Leben rief. Der Lehrer einer vierten Klasse machte kurzerhand aus der Hausbauepoche ein Projekt in Sachen Kunst am Bau. „Da arbeiten wir an einer großen Mosaikplastik im Oberstufenbereich.“ Und die wird nahezu monumental. Denn die Wand ist 2,50 hoch und sieben Meter breit.

Ganz so groß ist sein derzeitiges Projekt nicht. Obwohl auch er eigentlich Ferien hat, hat Jürgen Radojewski die künstlerische Leitung des Ferienprogramms im Jugendzentrum an der Nottkamp-straße in Gelsenkirchen-Schaffrath übernommen. Auch dort arbeitet er mit den Kindern an einem Mosaik. Was die aber noch viel aufregender fanden: Der Künstler gestaltet mit ihnen auch einen Zauberwald. Dafür erarbeitete er mit den Mädchen und Jungen Skulpturen aus Y-Ton-Steinen. „Wir haben im vergangenen Jahr damit begonnen. Jetzt setzen wir das fort.“

Wer nun denkt, bei all den Projekten mit dem künstlerischen Nachwuchs bliebe Radojewski wenig Zeit, sich eigenen Ideen zu widmen, der irrt. Zwar malt er im Moment weniger, dafür aber hat er gerade eine große Freiluft-Skulptur fertig gestellt. „Die ist ein bisschen verrückt“, erklärt er. „Als Kind liebte ich Murmeln. Jetzt habe ich eine überdimensionale Murmelbahn gebaut. Die ist wirklich riesig“, so der Künstler, der solche Arbeiten nicht als Kinetik bezeichnen will – obwohl es nicht falsch wäre. „Das ist schon spielerisch. Aber das hat ja auch etwas mit Kreativität und Kunst zu tun.“

Kira Schmidt

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